Den Schuljahresendspurt haben die ElftklässlerInnen des Geschichtsleistungskurs von Herrn Biesinger für eine lokalhistorische Exkursion genutzt. Die 15 Schülerinnen und Schüler haben am Mittwoch, dem 22.7. in Überlingen den "Goldbacher Stollen" besucht, der in der Endphase des Zweiten Weltkrieges ein oft übersehener Ort der Zwangsarbeit war. Nach alliierten Luftangriffen auf kriegswichtige Industrie in Friedrichshafen sollte, einem "Führerbefehl" folgend, in den Molassefelsen rund um Überlingen die Möglichkeit geschaffen werden, die Produktion unterirdisch fortzusetzen. Dazu entstand am Überlinger Stadtrand eine KZ-Außenstelle, in die rund 800 Häftlinge aus Dachau verlegt wurden. Die Leistungsfachgruppe wurde von Oswald Burger, der selbst diese Geschichte erforscht und noch mehrere ehemalige Häftlinge persönlich kennengelernt hat, durch den Stollen geführt, der im Rahmen dieser Zwangsarbeitsmaßnahmen des nationalsozialistischen Staates gegraben wurde.
Auf diese Weise wurde zum Ende des Schuljahres nicht nur inhaltlich die Schulroutine des Kurses durchbrochen, sondern auch was die Temperaturen anbelangt. Während auch der Geschichtsunterricht in den letzten Wochen oft bei knapp 30 Grad stattgefunden hat, herrschten während der mehrstündigen Führung im Goldbacher Stollen stabile 11 Grad - für einige waren das dann sogar ein paar Grad (bzw. ein paar Kleidungsschichten!) zu wenig.



